Befunde und Symptome

Blutdruck verstehen: Was die zwei Werte bedeuten

Du hast einen Blutdruckwert gemessen bekommen und fragst dich, was systolisch und diastolisch bedeutet und warum es zwei Zahlen gibt. Der Blutdruck ist einer der wichtigsten Vitalwerte und gibt an, mit welchem Druck das Blut durch deine Arterien fließt. Dieser Artikel erklärt dir, wie der Blutdruck entsteht, welche Werte normal sind und was es bedeutet, wenn die Werte zu hoch oder zu niedrig sind.

Dein Blutdruck kurz erklärt: Der Blutdruck wird mit zwei Zahlen angegeben, zum Beispiel 120 zu 80 mmHg. Die obere Zahl (systolisch) ist der Druck, wenn das Herz das Blut in die Arterien pumpt. Die untere Zahl (diastolisch) ist der Druck, wenn das Herz zwischen zwei Schlägen ruht. Normal sind Werte unter 140 zu 90 mmHg, idealerweise unter 120 zu 80 mmHg.

Was ist der Blutdruck?

Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf die Wände deiner Arterien (Schlagadern) ausübt. Dieser Druck entsteht, weil das Herz wie eine Pumpe funktioniert: Bei jedem Herzschlag wird Blut aus dem Herzen in den Körper gedrückt, und in der Ruhephase füllt sich das Herz wieder mit Blut.

Der Blutdruck wird in der Einheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Diese Einheit stammt aus der Zeit, als Blutdruckmessgeräte noch mit einer Quecksilbersäule arbeiteten. Heute kommen digitale Geräte zum Einsatz, aber die Einheit ist geblieben.

Der Blutdruck ist kein fester Wert. Er verändert sich ständig, je nach Tageszeit, körperlicher Aktivität, Stress, Nahrungsaufnahme und vielen anderen Faktoren. Deshalb sind einzelne Messungen nur Momentaufnahmen.

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Warum zwei Werte? Die obere Zahl, der systolische Blutdruck, misst den höchsten Druck in den Arterien, der entsteht, wenn das Herz sich zusammenzieht und das Blut in den Körper pumpt. Die untere Zahl, der diastolische Blutdruck, misst den niedrigsten Druck, der in den Arterien herrscht, wenn das Herz sich entspannt und wieder mit Blut füllt. Beide Werte sind wichtig und werden vom Arzt beurteilt.

Die Normalwerte des Blutdrucks

Der Blutdruck wird in Kategorien eingeteilt. Die Grenzwerte haben sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert, weil die Forschung gezeigt hat, dass auch leicht erhöhte Werte langfristig schaden können.

Kategorie Systolisch (mmHg) Diastolisch (mmHg)
Optimal Unter 120 Unter 80
Normal 120 - 129 80 - 84
Hochnormal 130 - 139 85 - 89
Bluthochdruck Stufe 1 140 - 159 90 - 99
Bluthochdruck Stufe 2 160 - 179 100 - 109
Bluthochdruck Stufe 3 180 oder mehr 110 oder mehr

Messort spielt eine Rolle: Wenn der Blutdruck zu Hause gemessen wird, gelten etwas niedrigere Grenzwerte als in der Arztpraxis. Das liegt daran, dass manche Menschen in der Arztpraxis nervös sind und dadurch der Blutdruck vorübergehend steigt (Weißkittel-Effekt). Zu Hause gelten Werte unter 135 zu 85 mmHg als normal.

Hoher Blutdruck (Hypertonie)

Von Bluthochdruck spricht man, wenn die Werte dauerhaft über 140 zu 90 mmHg liegen (beziehungsweise über 135 zu 85 mmHg bei Messung zu Hause). Bluthochdruck ist einer der häufigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und wird oft als stille Gefahr bezeichnet, weil er lange Zeit keine spürbaren Symptome verursacht.

Warum ist hoher Blutdruck gefährlich? Wenn das Blut mit zu hohem Druck durch die Arterien fließt, belastet das auf Dauer die Gefäßwände. Es kann zu Schäden an den Arterien kommen, die dann steifer und enger werden. Das erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, Nierenschäden und Durchblutungsstörungen.

Symptome bei stark erhöhtem Blutdruck: Meistens verursacht Bluthochdruck keine spürbaren Beschwerden. Bei sehr hohen Werten (hypertensive Krise, über 180 zu 120 mmHg) können jedoch Symptome auftreten: starke Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Atemnot, Nasenbluten oder Übelkeit. Bei solchen Werten sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Ursachen des Bluthochdrucks: Bei den meisten Menschen (über 90 Prozent) lässt sich keine einzelne Ursache finden. Man spricht dann von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Mehrere Faktoren zusammen erhöhen das Risiko: Veranlagung in der Familie, Übergewicht, Bewegungsmangel, zu viel Salz in der Ernährung, Alkoholkonsum, Stress und das Alter. Bei jüngeren Menschen oder bei sehr stark erhöhtem Blutdruck sollte der Arzt nach einer sekundären Ursache suchen, etwa einer Nierenerkrankung, einer Schilddrüsenstörung oder einem Hormonüberschuss.

Was kannst du selbst tun? Bei leicht erhöhtem Blutdruck können Lebensstiländerungen helfen: Regelmäßige Bewegung (mindestens 150 Minuten pro Woche), Gewichtsreduktion bei Übergewicht, weniger Salz, weniger Alkohol, Nichtraucher werden und Stress reduzieren. Bei mittel bis stark erhöhtem Blutdruck ist oft zusätzlich eine medikamentöse Therapie nötig.

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Von niedrigem Blutdruck spricht man, wenn die Werte dauerhaft unter 100 zu 60 mmHg liegen. Niedriger Blutdruck ist weniger gefährlich als hoher Blutdruck, kann aber trotzdem Beschwerden verursachen.

Symptome bei niedrigem Blutdruck: Typische Beschwerden sind Schwindel oder Benommenheit, insbesondere beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen (orthostatische Hypotonie). Auch Schwarzwerden vor den Augen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und kalte Hände und Füße können auftreten. Manche Menschen merken das vor allem morgens oder nach längerem Stehen.

Ursachen des niedrigen Blutdrucks: Niedriger Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben: Veranlagung (besonders bei schlanken, jungen Frauen), Flüssigkeitsmangel (zu wenig trinken), Medikamente (beispielsweise Blutdrucksenker, die zu stark wirken, oder Antidepressiva), hormonelle Störungen (etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Nebenniereninsuffizienz) oder eine Herzklappenerkrankung.

Was kannst du selbst tun? Bei niedrigem Blutdruck helfen einfache Maßnahmen: Ausreichend trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag), kochsalzreiche Ernährung (in Absprache mit dem Arzt), regelmäßige Bewegung, Wechselduschen und das Hochlagern der Beine bei Schwindel. Plötzliches Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen sollte vermieden werden.

⚠️

Wichtig: Blutdrucksenker sollten nicht eigenmächtig abgesetzt oder dosiert werden. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Blutdruck zu niedrig ist, sprich mit deinem Arzt. Er wird prüfen, ob die Dosis angepasst werden muss.

Wie wird der Blutdruck richtig gemessen?

Eine korrekte Blutdruckmessung ist wichtig, um verlässliche Werte zu bekommen:

Vor der Messung: Mindestens 5 Minuten sitzen und entspannen. Nicht rauchen, keinen Kaffee oder Alkohol trinken und keine körperliche Anstrengung unmittelbar vor der Messung.

Während der Messung: Sitzen, Rücken anlehnen, Füße flach auf dem Boden, nicht übereinanderschlagen. Die Manschette sollte auf Herzhöhe angelegt werden und eng am Oberarm sitzen, aber nicht zu straff. Nicht während der Messung sprechen.

Wie oft messen? Bei neu diagnostiziertem Bluthochdruck oder bei der Einstellung der Medikamente sollten die Werte regelmäßig gemessen und dokumentiert werden. Langzeitmessungen über 24 Stunden können ein noch genaueres Bild geben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben: systolisch (oben) und diastolisch (unten)
  • Die Einheit ist mmHg (Millimeter Quecksilbersäule)
  • Normal sind Werte unter 140 zu 90 mmHg (unter 135 zu 85 mmHg zu Hause gemessen)
  • Optimal sind Werte um 120 zu 80 mmHg
  • Bluthochdruck verursacht oft keine spürbaren Symptome, schädigt aber auf Dauer die Gefäße
  • Niedriger Blutdruck verursacht oft Schwindel beim Aufstehen, ist aber weniger gefährlich

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck?

Der systolische Blutdruck (die obere Zahl) ist der Druck, der entsteht, wenn das Herz sich zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Der diastolische Blutdruck (die untere Zahl) ist der Druck, der in den Arterien herrscht, wenn das Herz sich entspannt und sich wieder mit Blut füllt.

Ich habe zu Hause andere Werte als in der Arztpraxis. Was ist normal?

Das ist häufig und als Weißkittel-Effekt bekannt: Viele Menschen sind in der Arztpraxis nervös, was den Blutdruck vorübergehend erhöht. Deshalb gelten für die Messung zu Hause etwas niedrigere Grenzwerte (unter 135 zu 85 mmHg) als in der Praxis (unter 140 zu 90 mmHg). Wenn du regelmäßig zu Hause misst und dokumentierst, kann das dem Arzt helfen, ein genaueres Bild zu bekommen.

Ab welchem Wert sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn dein Blutdruck wiederholt über 140 zu 90 mmHg liegt, solltest du das mit deinem Hausarzt besprechen. Bei Werten über 180 zu 120 mmHg, begleitet von Symptomen wie starken Kopfschmerzen, Schwindel oder Sehstörungen, solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen.

Kann man Bluthochdruck ohne Medikamente in den Griff bekommen?

Bei leicht erhöhtem Blutdruck können Lebensstiländerungen ausreichen: regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduktion, weniger Salz, weniger Alkohol, Nichtrauchen und Stressabbau. Bei mittel bis stark erhöhtem Blutdruck ist meist eine Kombination aus Lebensstiländerung und Medikamenten nötig.

Ich habe niedrigen Blutdruck und mir ist oft schwindelig. Was kann ich tun?

Versuche, ausreichend zu trinken (mindestens 1,5 Liter pro Tag), langsam aufzustehen und bei Schwindel dich hinzusetzen oder hinzulegen. Regelmäßige Bewegung und Wechselduschen können den Kreislauf trainieren. Wenn die Beschwerden anhalten oder stärker werden, sprich mit deinem Arzt.

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Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deinem Blutdruck wende dich an deinen behandelnden Arzt.

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