Laborwerte

Cholesterin: HDL, LDL & Gesamtcholesterin einfach erklärt

Cholesterin hat einen schlechten Ruf, doch dein Körper braucht es. Allerdings gibt es „gutes" und „schlechtes" Cholesterin. Hier erfährst du, welche Werte normal sind – und wie du deinen Cholesterinspiegel gesund hältst.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff, den dein Körper braucht. Es ist ein wichtiger Baustoff für Zellmembranen und wird für die Bildung von Hormonen (z.B. Geschlechtshormone), Gallensäuren und Vitamin D benötigt. Dein Körper produziert das meiste Cholesterin selbst in der Leber. Nur ein kleiner Teil kommt über die Nahrung.

Wichtig zu wissen

Cholesterin ist nicht wasserlöslich. Damit es im Blut transportiert werden kann, wird es in sogenannte Lipoproteine verpackt. Je nach Dichte dieser Lipoproteine unterscheidet man HDL und LDL.

„Gutes" vs. „Schlechtes" Cholesterin: HDL und LDL

Typ Bezeichnung Funktion Bewertung
HDL High Density Lipoprotein Transportiert Cholesterin zur Leber zurück („Müllabfuhr") „Gut" – schützt vor Arteriosklerose
LDL Low Density Lipoprotein Transportiert Cholesterin zu den Zellen „Schlecht" – kann Arterien verstopfen

Cholesterin-Werte: Was ist normal?

Die folgenden Werte gelten als Orientierung. Je nach persönlichem Risiko (z.B. Herzinfarkt in der Vergangenheit) können die Ziele individuell niedriger sein.

HDL-Cholesterin („gut")

Status Männer Frauen
Optimal > 60 mg/dL > 60 mg/dL
Grenzwertig 40–59 mg/dL 50–59 mg/dL
Zu niedrig < 40 mg/dL < 50 mg/dL

LDL-Cholesterin („schlecht")

Status Wert
Optimal < 100 mg/dL
Grenzwertig 100–129 mg/dL
Hoch 130–159 mg/dL
Sehr hoch ≥ 190 mg/dL
💡

Tipp: Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sollte das LDL-Cholesterin oft unter 55 mg/dL liegen. Sprich mit deinem Arzt über dein persönliches Ziel.

Warum ist hohes LDL gefährlich?

Hohes LDL-Cholesterin ist ein Hauptrisikofaktor für Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Das passiert:

  1. Ablagerung: LDL dringt in die Gefäßwände ein.
  2. Plaquebildung: Es entstehen Ablagerungen (Plaques).
  3. Verengung: Die Gefäße werden enger und steifer.
  4. Gefahr: Ein Riss in der Plaque führt zu einem Blutgerinnsel (Thrombose), der das Gefäß verstopfen kann.

Das Ergebnis kann ein Herzinfarkt (bei den Herzkranzgefäßen), ein Schlaganfall (bei den Hirngefäßen) oder Durchblutungsstörungen in den Beinen sein.

Wie senkst du deinen Cholesterinspiegel?

Ernährung

  • Gesättigte Fette reduzieren: Weniger Butter, Sahne, fettes Fleisch und Wurst.
  • Gesunde Fette wählen: Mehr Olivenöl, Avocado, Nüsse und fettreiche Fische (Lachs, Makrele).
  • Ballaststoffe: Hafer, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse senken das „schlechte" LDL.
  • Transfette meiden: Entstehen bei der Hitzeeinwirkung (frittierte Lebensmittel, Backwaren).

Bewegung

Regelmäßige körperliche Aktivität erhöht das „gute" HDL-Cholesterin und senkt Triglyzeride. Ideal sind 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, z.B. schnelles Gehen, Radfahren oder Schwimmen.

Gewichtsreduktion

Falls du übergewichtig bist, kann eine Gewichtsreduktion von 5-10 % das Cholesterinprofil deutlich verbessern.

🚨

Rauchen stoppen: Rauchen senkt das „gute" HDL und schädigt die Gefäßwände. Der Rauchstopp ist eine der wirksamsten Maßnahmen für dein Herz-Kreislauf-System.

Medikamente: Wann sind sie nötig?

Wenn Lebensstiländerungen nicht ausreichen oder das persönliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr hoch ist, verschreibt der Arzt oft Statine. Diese Medikamente hemmen die Cholesterinproduktion in der Leber und können das LDL um 30-50 % senken.

FAQ: Häufige Fragen zu Cholesterin

Kann ich Cholesterin durch Ernährung senken?

Ja. Eine cholesterinsenkende Ernährung kann das LDL um bis zu 10-20 % senken. Besonders wirksam sind pflanzliche Sterine (z.B. in Margarine oder Joghurt), die wie ein „Spiegel" für Cholesterin wirken und dessen Aufnahme im Darm blockieren.

Sind Eier schlecht für den Cholesterinspiegel?

Für die meisten Menschen nicht. Der Cholesteringehalt der Nahrung hat nur einen geringen Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel. Gesättigte Fette (z.B. aus Wurst und Sahne) wirken sich deutlich stärker aus als das Cholesterin in Eiern.

Was bedeutet „Gesamtcholesterin"?

Das ist die Summe aus HDL, LDL und VLDL (Triglyzeride). Ein hoher Gesamtwert ist nicht automatisch schlecht, wenn das „gute" HDL hoch ist. Wichtiger ist das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL oder die LDL-Werte allein.

Zusammenfassung

  • Cholesterin ist lebenswichtig, aber das „schlechte" LDL sollte nicht zu hoch sein.
  • HDL ist das „gute" Cholesterin – es schützt die Gefäße.
  • Ideale Werte: LDL < 100 mg/dL, HDL > 60 mg/dL (bei Männern > 40).
  • Ernährung, Bewegung, Gewicht und Rauchstopp sind die wichtigsten Hebel.
  • Bei hohem Risiko helfen Medikamente (Statine).

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