So ist ein Laborbericht aufgebaut
Ein Laborbericht folgt einem einheitlichen Aufbau, egal ob du ihn in der Arztpraxis ausgedruckt bekommst oder online einsehen kannst. Es gibt immer dieselben Grundelemente, die du kennen solltest:
Die Kopfzeile: Ganz oben stehen deine persönlichen Daten, der Name des Arztes, der die Untersuchung angeordnet hat, das Datum der Blutentnahme und das Datum, an dem das Ergebnis fertig war. Kontrolliere immer, ob dein Name und dein Geburtsdatum stimmen. Das klingt selbstverständlich, aber bei vielen Patienten wird der falsche Befund mit nach Hause genommen.
Die Messwerte: Das ist der Hauptteil des Berichts. Hier stehen alle untersuchten Parameter mit ihrem gemessenen Wert. Jeder Wert steht in einer Zeile oder Spalte, oft nach Kategorien geordnet wie Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte und so weiter.
Die Referenzbereiche: Neben oder unter jedem Messwert steht der Bereich, in dem der Wert normalerweise liegen sollte. Das ist der sogenannte Normalbereich oder Referenzbereich. Er wird vom jeweiligen Labor festgelegt und kann von Labor zu Labor leicht unterschiedlich sein.
Die Bewertung: Viele Laborberichte haben eine zusätzliche Spalte, die den gemessenen Wert einordnet. Hier siehst du Symbole oder Farben, die auf einen auffälligen Wert hinweisen.
Gut zu wissen: Jedes Labor nutzt eigene Referenzbereiche, die auf der Untersuchungsmethode und der untersuchten Bevölkerungsgruppe basieren. Deshalb können die Zahlen auf deinem Bericht leicht anders aussehen als in Tabellen im Internet. Orientiere dich immer an den Werten auf deinem eigenen Befund.
Abkürzungen, die auf jedem Laborbericht vorkommen
Laborberichte sind voll mit Abkürzungen, die auf den ersten Blick kryptisch wirken. Hier die wichtigsten, die du kennen solltest:
Blutbild-Abkürzungen:
- WBC oder LEUK: Weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Normalwert: 4.000 bis 10.000 pro Mikroliter.
- RBC oder ERY: Rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Normalwert: 4,3 bis 5,9 Millionen pro Mikroliter.
- Hb oder HGB: Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff. Normalwert: 12 bis 18 g/dl.
- Hkt oder HCT: Hämatokrit, der Volumenanteil der roten Blutkörperchen. Normalwert: 37 bis 54 Prozent.
- PLT oder THRO: Thrombozyten, die Blutplättchen. Normalwert: 150.000 bis 400.000 pro Mikroliter.
Leberwerte:
- GPT oder ALAT: Wichtigster Leberwert. Normalwert: 10 bis 50 U/l.
- GOT oder ASAT: Auch in Herz und Muskeln vorhanden. Normalwert: 10 bis 50 U/l.
- Gamma-GT oder GGT: Sehr empfindlich für Leberschäden. Normalwert: bis 66 U/l.
Nierenwerte:
- Creat oder KREA: Kreatinin. Normalwert: 0,8 bis 1,4 mg/dl.
- BUN oder HST: Harnstoff. Normalwert: 20 bis 45 mg/dl.
- GFR: glomeruläre Filtrationsrate. Zeigt, wie gut die Nieren filtern. Normalwert: über 90 ml/min.
Stoffwechsel- und Schilddrüsenwerte:
- TSH: Schilddrüsenstimulierendes Hormon. Normalwert: 0,4 bis 4,0 mU/l.
- LDL: Das "schlechte" Cholesterin. Sollte unter 155 mg/dl liegen.
- HDL: Das "gute" Cholesterin. Sollte über 40 mg/dl liegen.
- TG oder TRIG: Triglyceride. Normalwert: unter 180 mg/dl.
- GLUC oder GLY: Nüchtern-Blutzucker. Normalwert: 70 bis 100 mg/dl.
Was bedeuten die Farben im Laborbericht?
Viele Laborberichte arbeiten mit einer farblichen Kennzeichnung, die auf einen Blick zeigt, ob ein Wert auffällig ist oder nicht:
Grün: Der Wert liegt innerhalb des Normalbereichs. Das ist gut.
Gelb: Der Wert liegt leicht außerhalb des Normalbereichs. Das kann bedeuten, dass der Wert im Grenzbereich liegt und kontrolliert werden sollte.
Rot: Der Wert liegt deutlich außerhalb des Normalbereichs. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass etwas Ernstes vorliegt.
Neben Farben gibt es auch Buchstaben und Symbole:
- H: High, also über dem Normalbereich.
- L: Low, also unter dem Normalbereich.
- n: Normal.
- *: Stark abweichend.
Wichtig: Eine farbliche Markierung bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Leicht erhöhte oder erniedrigte Werte können auch harmlose Ursachen haben, etwa eine leichte Erkältung, Stress oder was du am Tag vor der Blutentnahme gegessen hast. Schau auf das Gesamtbild und sprich mit deinem Arzt.
Was tun bei auffälligen Werten?
Wenn einzelne Werte in deinem Laborbericht auffällig markiert sind, gerate nicht in Panik. So gehst du am besten vor:
Schritt 1: Ruhe bewahren. Ein einzelner auffälliger Wert bedeutet nicht, dass du krank bist. Viele Werte schwanken natürlicherweise leicht, und leichte Abweichungen sind oft harmlos.
Schritt 2: Das Gesamtbild betrachten. Dein Arzt schaut nicht auf einzelne Werte, sondern auf das gesamte Muster. Wenn mehrere Werte zusammenhängend auffällig sind, kann das eher auf eine Ursache hinweisen als ein einzelner Wert allein.
Schritt 3: Kontrollwerte abwarten. Manchmal ordnet der Arzt einen Kontrollwert an, um zu sehen, ob eine Abweichung bestehen bleibt oder sich von selbst normalisiert hat.
Schritt 4: Arzt fragen. Wenn du etwas in deinem Befund nicht verstehst, frage nach. Das gilt besonders, wenn ein Wert auffällig ist und du nicht weißt, was das für dich bedeutet. Dein Arzt kann dir erklären, warum dieser Wert wichtig ist und was er im Zusammenhang mit deinen anderen Werten bedeutet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Laborbericht besteht aus Kopfzeile, Messwerten, Referenzbereichen und einer Bewertungsspalte
- Jedes Labor hat eigene Normalbereiche, orientiere dich an deinem eigenen Bericht
- Abkürzungen wie WBC, RBC, Hb, GPT, GOT, Gamma-GT, Kreatinin und TSH kommen auf fast jedem Bericht vor
- Farben und Symbole helfen auf einen Blick, auffällige Werte zu erkennen
- Eine farbliche Markierung ist kein Grund zur Panik
- Schau auf das Gesamtbild und sprich mit deinem Arzt
Häufige Fragen
Warum steht auf meinem Laborbericht ein anderer Normalbereich als in Tabellen im Internet?
Jedes Labor ermittelt seine eigenen Normalbereiche. Die Werte hängen ab von der Messmethode, den verwendeten Geräten und der Gruppe der getesteten Personen. Deshalb sind die Zahlen auf deinem eigenen Laborbericht am zuverlässigsten für dich. Orientiere dich immer an den Werten, die dein Labor angibt.
Was bedeutet es, wenn mein Wert mit einem Stern markiert ist?
Ein Stern oder andere Symbole zeigen an, dass der Wert deutlich vom Normalbereich abweicht. Das heißt aber nicht automatisch, dass etwas Ernstes vorliegt. Sprich mit deinem Arzt, was dieser Wert im Zusammenhang mit deinen anderen Befunden bedeutet.
Ich habe einen Wert, der nur minimal vom Normalbereich abweicht. Muss ich mir Sorgen machen?
Minimale Abweichungen sind oft kein Grund zur Sorge. Werte schwanken auch bei gesunden Menschen leicht. Wenn du keine Symptome hast und nur ein Wert minimal abweicht, ist das meist harmlos. Dein Arzt wird dir sagen, ob eine Kontrolle sinnvoll ist.
Kann ich meinen Laborbericht online einsehen?
Ja, viele Labore und Arztpraxen bieten inzwischen Online-Portale an, über die du deine Befunde einsehen kannst. Dort kannst du dir die Werte in Ruhe anschauen und nachlesen, bevor du mit deinem Arzt darüber sprichst. Frage in deiner Arztpraxis, ob ein solches Portal verfügbar ist.
Ich verstehe eine Abkürzung in meinem Laborbericht nicht. Was tun?
Schreibe dir die Abkürzung auf und frage bei deinem nächsten Arzttermin nach. Du kannst auch die App Befino nutzen, die Abkürzungen und Fachbegriffe aus Laborberichten in einfache Sprache übersetzt.