Symptome

Brustschmerzen: Ursachen und wann du zum Arzt musst

Du spürst ein Ziehen, Drücken oder Brennen im Brustkorb und fragst dich, ob das gefährlich ist. Brustschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Menschen einen Arzt aufsuchen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt nichts Ernstes dahinter. Aber manchmal zählt jede Minute. Dieser Artikel hilft dir, die Zeichen richtig einzuordnen.

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Solltest du sofort 112 rufen? Wenn du plötzliche Brustschmerzen hast, die nicht weggehen, und zusätzlich Atemnot, Schwitzen, Übelkeit oder Schmerzen, die in Arm, Rücken, Kiefer oder Hals ausstrahlen. Das können Zeichen eines Herzinfarkts sein. Wart nicht ab.

Warum Brustschmerzen so beunruhigend sind

Der Brustkorb ist einiges wert. Hier liegen das Herz, die Lunge, die Speiseröhre und große Blutgefäße dicht beieinander. Schmerzen in diesem Bereich können von jedem dieser Organe kommen oder von den Muskeln und Knochen dazwischen. Deshalb ist es so schwer, ohne Untersuchung die Ursache zu erraten.

Die meisten Brustschmerzen haben harmlose Ursachen. Aber weil eine lebensbedrohliche Ursache nicht sicher ausgeschlossen werden kann, solltest du sie immer ärztlich abklären lassen.

Wann sofort Hilfe rufen (112)

Manche Symptome dulden keinen Aufschub. Ruf sofort den Notruf 112 an, wenn:

  • Der Schmerz plötzlich kommt und nicht wieder aufhört
  • Es sich anfühlt wie Druck, Quetschen oder ein schweres Gewicht auf der Brust
  • Der Schmerz ins linke oder rechte Arm, in den Rücken, den Kiefer oder den Hals ausstrahlt
  • Du schwitzen musst, dir übel ist, dir schwindelig wird oder du schwer Luft bekommst

Das können Zeichen eines Herzinfarkts sein. Jede Minute zählt. Wer zu lange wartet, riskiert, dass das Herzmuskelgewebe abstirbt.

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Angina pectoris vs. Herzinfarkt: Beide fühlen sich ähnlich an. Bei Angina pectoris wird das Herz vorübergehend nicht ausreichend durchblutet, meist bei Belastung. Beim Herzinfarkt ist ein Gefäß komplett verschlossen. Der entscheidende Unterschied: Ein Herzinfarkt hört nicht von allein auf und spricht nicht auf Nitroglycerin an. In beiden Fällen sofort 112.

Brustschmerzen nach dem Essen: Sodbrennen und Reflux

Wenn du Brustschmerzen bekommst, nachdem du viel oder fettig gegessen hast, und sich das Ganze wie ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein anfühlt, steckt oft der Magen dahinter. Bei Sodbrennen steigt Magensäure in die Speiseröhre auf und reizt die empfindliche Schleimhaut.

Typische Hinweise auf Sodbrennen als Ursache:

  • Der Schmerz kommt nach dem Essen oder im Liegen
  • Du spürst saures Aufstoßen oder schmeckst etwas Bitteres im Hals
  • Ein Völlegefühl gehört oft dazu

Ein Glas Wasser, aufrechtes Sitzen und ein leichtes Aufbauschen des Oberkörpers können helfen. Wenn Sodbrennen regelmäßig auftritt, sollte ein Arzt schauen, ob eine Refluxkrankheit vorliegt, die behandelt werden sollte.

Muskelverspannung oder Prellung

Hast du dich beim Sport verausgabt, schwer gehoben oder bist du auf die Brust gefallen? Dann kann eine Muskelzerrung oder Prellung der Grund sein. Diese Schmerzen fühlen sich oft wie ein wunder, ziehender Schmerz an, der sich verschlechtert, wenn du den Oberkörper drehst oder tief einatmest.

Im Gegensatz zu Herzschmerzen wird dieser Schmerz besser, wenn du dich schonst, und schlimmer, wenn du den betroffenen Muskel dehnst oder belastest. Eine Wärmflasche und Schonung helfen meist innerhalb weniger Tage.

Angst, Stress und Panikattacken

Starke psychische Belastung kann sich körperlich manifestsieren. Bei einer Panikattacke hast du möglicherweise das Gefühl, dass dein Herz rast oder stolpert, du kaum Luft bekommst und dir schwindelig wird. Die Schmerzen in der Brust sind dann oft sekundär, also eine Folge der Anspannung.

Panikattacken fühlen sich zwar bedrohlich an, sind aber nicht lebensbedrohlich. Trotzdem sollten sie abgeklärt werden, denn hinter dem Symptom Panikattacke kann sich auch eine andere Erkrankung verbergen.

Bei einer Infektion der Atemwege

Wenn du Husten, Fieber und Abgeschlagenheit hast und die Brust beim Atmen schmerzt, kann eine Infektion der Atemwege dahinterstecken. Eine Lungenentzündung oder eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) macht sich oft durch einen stechenden Schmerz bemerkbar, der schlimmer wird, wenn du tief einatmest.

Wenn du zusätzlich zu den Brustschmerzen hochansteckend hustest und Fieber hast, such einen Arzt auf, damit die Infektion behandelt werden kann.

Brustschmerzen und das Herz

Wenn dein Arzt abklärt, ob die Brustschmerzen vom Herz kommen, schaut er sich verschiedene Möglichkeiten an:

Angina pectoris: Hier verengen verengte Herzkranzgefäße die Blutversorgung des Herzens. Typisch ist ein dumpfes Druckgefühl hinter dem Brustbein, das sich wie ein Schweres Gewicht anfühlt und bei Belastung oder Aufregung auftritt. Im Ruhezustand wird es meist besser. Bei Ruhe oder Nitro nicht besser: sofort 112.

Herzinfarkt: Anders als bei Angina pectoris hören die Schmerzen nicht von allein auf. Der Herzinfarkt entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß vollständig verschlossen ist. Je früher die Behandlung im Krankenhaus beginnt, desto besser. Deshalb: keine Zeit verlieren.

Perikarditis: Eine Entzündung des Herzbeutels verursacht typischerweise einen scharfen, stechenden Schmerz, der sich verschlechtert, wenn du flach liegst, und besser wird, wenn du dich nach vorne lehnst. Oft tritt sie nach einer viralen Infektion auf.

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Wichtig: Brustschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden, auch wenn sie wieder weggehen. Wer einmal einen Herzinfarkt hatte, hat ein erhöhtes Risiko für einen weiteren. Und wer ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten hat, sollte besonders wachsam sein.

Risikofaktoren für Herzerkrankungen

Du hast ein erhöhtes Risiko für Herzprobleme, wenn:

  • Du rauchst
  • Du Übergewicht hast
  • Du Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhtes Cholesterin hast
  • Herzinfarkte oder Schlaganfälle in deiner Familie vorkommen, besonders bei Menschen unter 60 Jahren

Wenn einer oder mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen, solltest du Brustschmerzen besonders ernst nehmen und zeitnah ärztlich abklären lassen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die meisten Brustschmerzen sind harmlos
  • Bei plötzlichem, anhaltendem Brustschmerz mit Ausstrahlung, Schwitzen oder Atemnot sofort 112 rufen
  • Nach dem Essen und im Liegen: oft Sodbrennen oder Reflux
  • Nach Sport oder Verletzung: oft Muskelverspannung
  • Bei Stress und Herzrasen: auch Angst oder Panik möglich
  • Bei Husten, Fieber und Atemnot: Infektion der Atemwege
  • Brustschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden

Häufige Fragen

Ich habe Brustschmerzen, aber sie sind nach ein paar Minuten wieder weg. Muss ich trotzdem zum Arzt?

Ja. Auch wenn die Schmerzen wieder weg sind, können sie ein Zeichen einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Herzens gewesen sein, etwa einer Angina pectoris. Lass das ärztlich abklären, besonders wenn die Schmerzen bei Belastung aufgetreten sind oder wenn du Risikofaktoren hast.

Können Brustschmerzen auch psychisch bedingt sein?

Ja. Starke Angst, Panikattacken oder Depression können sich als Brustschmerzen manifestsieren. Dabei entsteht oft das Gefühl von Herzrasen, Enge in der Brust und Atemnot. Eine ärztliche Untersuchung ist trotzdem wichtig, um körperliche Ursachen auszuschließen.

Wann sollte ich lieber zum Hausarzt und wann in die Notaufnahme?

In die Notaufnahme gehörst du, wenn die Schmerzen plötzlich kommen, stark sind, nicht weggehen oder mit Ausstrahlung, Schwitzen, Atemnot oder Schwindel einhergehen. Wenn die Schmerzen milder sind, schon länger bestehen und keine akuten Warnzeichen dazukommen, kannst du erst zum Hausarzt gehen.

Ich habe Schmerzen genau in der Mitte des Brustbeins. Ist das immer vom Herzen?

Nicht unbedingt. Schmerzen hinter dem Brustbein können auch vom Magen (Sodbrennen), von der Speiseröhre (Krampf) oder von der umgebenden Muskulatur kommen. Wenn die Schmerzen beim Liegen oder nach dem Essen schlimmer werden, ist eher der Magen schuld. Echte Herzschmerzen sitzen oft tiefer und fühlen sich mehr nach innen gerichtet an.

Kann eine Verspannung Brustschmerzen auslösen?

Ja. Besonders zwischen den Rippen und im Bereich der Brustwirbelsäule können Verspannungen und Blockaden Schmerzen verursachen, die sich wie Brustschmerzen anfühlen. Diese Schmerzen werden oft schlimmer, wenn du dich drehst, hebst oder tief einatmest. Wärme, Dehnung und Physiotherapie können helfen.

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Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei akuten Brustschmerzen ruf sofort 112 an. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Brustschmerzen wende dich an deinen Arzt.

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