Symptome

Fieber: Ursachen, wann es gefährlich wird und was hilft

Deine Temperatur ist erhöht? Fieber ist eines der häufigsten Symptome überhaupt. Meist ist es ein Zeichen dafür, dass dein Körper gegen Krankheitserreger ankämpft. Aber wann ist Fieber normal und wann solltest du zum Arzt gehen? Hier erfährst du alles Wichtige.

Was ist Fieber?

Fieber ist eine erhöhte Körpertemperatur. Normalerweise liegt die Körperkerntemperatur zwischen 36,0 und 37,0 Grad Celsius. Liegt sie darüber, spricht man von erhöhter Temperatur oder Fieber.

Fieber ist in den meisten Fällen keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom. Dein Körper erhöht die Temperatur, um Krankheitserreger wie Viren und Bakterien besser bekämpfen zu können. Das ist eine sinnvolle und wichtige Abwehrreaktion.

TemperaturBezeichnungBedeutung
36,0 - 37,0°CNormalGesunde Körpertemperatur
37,1 - 37,9°CSubfebrilitätLeicht erhöht, meist harmlos
38,0 - 38,5°CLeichtes FieberAbwehrreaktion aktiv
38,6 - 39,0°CMäßiges FieberOft begleitet von Unwohlsein
39,1 - 39,9°CHohes FieberStarke Abwehrreaktion
Ab 40,0°CSehr hohes FieberÄrztliche Beurteilung nötig
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Hinweis: Die Werte können je nach Messstelle variieren. Unter der Zunge misst man etwa 0,3-0,5°C niedriger als im After. In der Achselhöhle misst man am niedrigsten.

Wie misst man Fieber richtig?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Körpertemperatur zu messen. Jede hat Vor- und Nachteile:

Die verschiedenen Messstellen

  • Unter der Zunge (oral): Die gängigste Methode bei Erwachsenen. Das Thermometer wird 3-5 Minuten unter die Zunge gehalten. Vorher nichts essen oder trinken.
  • Im Ohr (tympanal): Schnell und einfach, besonders bei Kindern. Misst die Temperatur am Trommelfell. Moderne Ohrthermometer sind recht genau.
  • An der Stirn (temporal): Ebenfalls schnell, aber weniger genau. Gut für erste Orientierung.
  • In der Achselhöhle (axillar): Misst etwa 0,3-0,5°C niedriger. Weniger genau, aber schonend.
  • Im After (rektal): Die genaueste Methode, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Misst etwa 0,3-0,5°C höher als oral.
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Tipp: Wähle eine Messstelle und bleibe dabei. Wechselst du zwischen verschiedenen Stellen, werden die Werte unterschiedlich ausfallen.

Die häufigsten Ursachen von Fieber

In den meisten Fällen hat Fieber harmlose Ursachen. Die häufigsten sind:

Infektionen

Etwa 90 Prozent aller Fieberfälle werden durch Infektionen verursacht:

  • Virale Infektionen: Erkältung, Grippe, Corona, Magen-Darm-Infekte
  • Bakterielle Infektionen: Harnwegsinfektion, Lungenentzündung, Mandelentzündung, Sinusitis, Zahnwurzelentzündung
  • Schwere Infektionen: Blutvergiftung (Sepsis), Meningitis, Bauchfellentzündung

Andere Ursachen

  • Entzündungen: Ohne Infektion, z.B. bei Rheuma oder anderen Autoimmunerkrankungen
  • Nach Impfungen: Normale Immunreaktion, meist leicht und kurzzeitig
  • Sonnenstich oder Hitzschlag: Bei übermäßiger Hitzeexposition
  • Medikamente: Einige Medikamente können Fieber als Nebenwirkung auslösen (Arzneimittelfieber)
  • Krebs: Bei einigen Tumorerkrankungen kann Fieber auftreten
  • Stoffwechselerkrankungen: Schilddrüsenüberfunktion kann Temperatur erhöhen

Wusstest du?

Fieber ist oft kein Grund zur Sorge. Es zeigt, dass dein Immunsystem arbeitet. Der Körper erhöht die Temperatur, weil Viren und Bakterien bei höheren Temperaturen schlechter überleben.

Was hilft gegen Fieber?

Wann sollte man Fieber senken?

Leichtes Fieber bis 38,5°C muss nicht unbedingt gesenkt werden. Es unterstützt deinen Körper im Kampf gegen Erreger. Du solltest Fieber senken, wenn:

  • Die Temperatur über 38,5-39°C steigt
  • Du dich stark unwohl fühlst
  • Du nicht schlafen kannst
  • Du an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidest
  • Du schwanger bist

Bewährte Hausmittel

  • Viel trinken: Wasser, Tee, Brühe. Mindestens 2-3 Liter pro Tag, besonders bei Schwitzen
  • Wadenwickel: Tücher mit lauwarmem Wasser (nicht kalt!) um die Unterschenkel wickeln. Wechseln, wenn sie warm werden
  • Kalte Umschläge: Auf Stirn, Nacken und Handgelenke legen
  • Leichte Kleidung: Baumwolle, nicht zu warm zudecken. Der Körper muss Wärme abgeben können
  • Ruhe: Bettruhe, ausreichend schlafen, Stress vermeiden
  • Raumtemperatur: 18-20°C, regelmäßig lüften
  • Kalte Waschungen: Mit Waschlappen Stirn, Nacken, Handgelenke und Kniekehlen abwaschen
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Vermeide: Alkoholwickel! Sie können zu Überhitzung und sogar zu Alkoholvergiftung führen, besonders bei Kindern.

Fiebersenkende Medikamente

Wenn Hausmittel nicht ausreichen oder das Fieber hoch ist, helfen diese Medikamente:

  • Paracetamol: Gut verträglich, senkt Fieber und lindert Schmerzen. Auch für Kinder und Schwangere geeignet
  • Ibuprofen: Auch entzündungshemmend, wirkt gegen Schmerzen und Fieber. Vorsicht bei Magengeschwüren, Nierenproblemen und in der Schwangerschaft
  • Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin): Für Erwachsene wirksam. Nie bei Kindern und Jugendlichen wegen Reye-Syndrom!
💡

Tipp: Wechsle zwischen Paracetamol und Ibuprofen, wenn eines allein nicht wirkt. Lass aber mindestens die empfohlene Wartezeit zwischen den Dosen vergehen.

Wann zum Arzt?

Manche Fieberformen erfordern sofortige ärztliche Behandlung. Gehe zum Arzt oder rufe den Notarzt, wenn du folgende Symptome hast:

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Dringend zum Arzt oder Notarzt:

  • Fieber über 39°C bei Erwachsenen, das länger als 2-3 Tage anhält
  • Fieber mit Bewusstseinsstörung, Benommenheit oder Verwirrtheit
  • Fieber mit steifem Nacken (Verdacht auf Meningitis)
  • Fieber mit starken Kopfschmerzen, besonders bei Lichtempfindlichkeit
  • Fieber mit Hautausschlag oder blauen Flecken
  • Fieber mit Atemnot oder Brustschmerzen
  • Fieber mit Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen im Rücken/flankenbereich
  • Fieber nach Reisen in Tropengebiete (Malaria-Verdacht)
  • Fieber bei Immunschwäche (z.B. durch Medikamente, HIV, Chemotherapie)

Besonderheiten bei Kindern

Kinder reagieren oft stärker auf Fieber als Erwachsene. Besonders bei Säuglingen ist Vorsicht geboten:

  • Säuglinge unter 3 Monaten: Ab 38°C sofort zum Arzt. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift
  • Kleinkinder: Fieberkrämpfe sind möglich, besonders bei schnellem Temperaturanstieg
  • Keine ASS: Bei Kindern und Jugendlichen niemals Acetylsalicylsäure wegen Reye-Syndrom-Gefahr
  • Dosierung: Medikamente immer nach Gewicht dosieren, nie nach Alter schätzen
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Achtung: Bei Kindern mit Fieber und gleichzeitigem Exanthem (Hautausschlag) oder Krampfanfall immer ärztliche Hilfe holen!

Besonderheiten bei Senioren

Ältere Menschen reagieren oft anders auf Fieber:

  • Niedrigeres Basis-Fieber: Schon bei 37,5°C kann bei Senioren eine schwere Infektion vorliegen
  • Fehlendes Fieber: Trotz schwerer Infektion zeigen manche Senioren kein Fieber
  • Vorsicht mit Medikamenten: Nieren- und Leberfunktion sind oft eingeschränkt
  • Früher zum Arzt: Bei Senioren sollte man früher ärztlichen Rat einholen

Häufige Fragen

Kann man Fieber "ausschwitzen"?

Nein. Zu warme Decken oder "schwitzen machen" ist sogar gefährlich. Dein Körper muss Wärme abgeben können, um die Temperatur zu senken. Leichte Kleidung, frische Luft und keine dicken Decken sind richtig.

Soll ich bei Fieber essen?

Höre auf deinen Körper. Bei Appetitlosigkeit ist es okay, eine Mahlzeit auszulassen - aber trinke unbedingt genug. Leichte Kost wie Suppen, Brühe oder Obst, wenn du Hunger hast. Zucker und schwere Speisen sind bei Fieber nicht ideal.

Ist Schwitzen beim Fieber gut?

Ja. Schwitzen ist ein Zeichen, dass dein Körper die Temperatur senkt. Das ist ein gutes Zeichen. Wechsle nasse Kleidung und Bettwäsche, um zu frieren zu vermeiden.

Kann Stress Fieber verursachen?

Stress allein verursacht kein echtes Fieber, aber er kann die Temperatur leicht erhöhen (Subfebrilität). Außerdem schwächt Stress das Immunsystem und macht anfälliger für Infektionen.

Wie oft sollte ich die Temperatur messen?

Bei hohem Fieber alle 4-6 Stunden, besonders vor der nächsten Medikamenteneinnahme. Bei Besserung reicht morgens und abends. Bei Säuglingen häufiger, um Verläufe zu erkennen.

Wie lange dauert Fieber?

Das hängt von der Ursache ab: Eine Erkältung 1-3 Tage, Grippe 3-5 Tage. Bei bakteriellen Infektionen dauert es oft länger, bis die Antibiotika wirken. Hält das Fieber länger als 3 Tage an, solltest du zum Arzt.


Zusammenfassung

  • Fieber ist meist eine normale Abwehrreaktion des Körpers gegen Infektionen
  • Ab 38,0-38,5°C spricht man von Fieber (je nach Messstelle)
  • Häufigste Ursachen: Virale Infektionen (Erkältung, Grippe), bakterielle Infektionen
  • Viel trinken, Wadenwickel, Ruhe – das sind die besten Hausmittel
  • Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen bei Unwohlsein
  • Bei 39°C oder länger als 2-3 Tage zum Arzt
  • Säuglinge unter 3 Monaten: Ab 38°C sofort zum Arzt
  • Senioren: Bereits bei niedrigeren Temperaturen ärztlichen Rat einholen

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