Symptome

Kopfschmerzen: Ursachen, Arten und wann zum Arzt

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Etwa die Haelfte aller Erwachsenen hat mindestens einmal im Jahr Kopfschmerzen. Die meisten sind harmlos, aber manche Formen koennen den Alltag stark einschränken. Dieser Artikel erklärt dir, welche Arten von Kopfschmerzen es gibt, was sie ausloesen kann und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Deine Kopfschmerzen kurz erklärt: Es gibt mehr als 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Die meisten gehören zu den sogenannten Primaerkopfschmerzen, also Kopfschmerzen, die selbst die Erkrankung sind und nicht durch eine andere Ursache ausgeloest werden. Spannungskopfschmerzen und Migräne sind die häufigsten Formen.

Was sind Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind Schmerzen im Bereich des Kopfes, des Gesichts oder des Nackens. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich "Schmerz im Kopf". Mediziner verwenden auch den Begriff Cephalgie.

Kopfschmerzen werden grundsaetzlich in zwei Gruppen eingeteilt: Primaerkopfschmerzen und Sekundaerkopfschmerzen. Primaerkopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen sind eigenstaendige Erkrankungen. Sekundaerkopfschmerzen hingegen sind ein Symptom einer anderen Erkrankung, zum Beispiel einer Infektion, einer Kopfverletzung oder eines Tumors.

Etwa 90 Prozent aller Kopfschmerzen sind Primaerkopfschmerzen. Das heisst, sie sind fuer sich allein betrachtet nicht gefährlich, koennen aber trotzdem den Alltag stark beeintraechtigen.

Die häufigsten Arten von Kopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die mit Abstand häufigste Kopfschmerzart. Etwa 1,6 Milliarden Menschen weltweit sind davon betroffen. Der Schmerz fuehlt sich typischerweise wie ein dumpfer, drückender Zug an, der beide Seiten des Kopfes betrifft. Viele Betroffene beschreiben das Gefuehl, als haette man ein Band um den Kopf. Der Schmerz ist meist leicht bis mittelstark und wird durch körperliche Aktivitaet nicht schlimmer.

Typische Ausloeser sind Stress, Muskelverspannungen im Nacken und Schulterbereich, Schlafmangel, schlechte Koerperhaltung oder langes Sitzen am Bildschirm. Auch Flüssigkeitsmangel, ausgelassene Mahlzeiten oder uebermaessiger Alkoholkonsum koennen Spannungskopfschmerzen begünstigen.

Migraene

Migraene ist mehr als nur ein "starker Kopfschmerz". Etwa 848 Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Eine Migraene aeussert sich typischerweise als einseitiger, pulsierender Schmerz mittlerer bis starker Intensitaet. Der Schmerz verschlimmert sich bei körperlicher Aktivitaet.

Eine Besonderheit der Migräne ist, dass sie häufig von weiteren Symptomen begleitet wird. Viele Betroffene reagieren extrem empfindlich auf Licht (Lichtempfindlichkeit) und Lärm (Lärmempfindlichkeit). Auch Übelkeit und Erbrechen kommen oft vor. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen tritt vor dem eigentlichen Kopfschmerz eine sogenannte Aura auf. Das sind neurologische Symptome wie SehStörungen (flackernde Lichterscheinungen, Gesichtsfeldausfaelle), Kribbeln in den Extremitaeten oder SprachStörungen, die etwa 20 bis 60 Minuten anhalten.

Migraene beginnt häufig erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und tritt bei Frauen oefter auf als bei Maennern. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollstaendig geklert. Man weiss aber, dass bestimmte Botenstoffe im Gehirn, insbesondere Serotonin, eine Rolle spielen.

Clusterkopfschmerzen

Clusterkopfschmerzen sind zwar selten, aber extrem schmerzhaft. Der Name kommt daher, dass die Attacken gehäuft in bestimmten Zeiträumen auftreten, sogenannten Clustern. Typisch ist ein bohrender oder stechender Schmerz, der einseitig um das Auge und die Schläfe herum auftritt. Die betroffene Seite kann auch gerötete Augen, tränende Augen, eine laufende Nase oder ein hängendes Augenlid zeigen.

Eine Attacke dauert zwischen 15 Minuten und drei Stunden. Betroffene sind während einer Attacke oft unruhig und können nicht stillsitzen, was sie von Migräne-Betroffenen unterscheidet, die eher Ruhe benötigen.

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Was viele nicht wissen: Auch Kinder können unter Kopfschmerzen leiden. Bei ihnen kommen Spannungskopfschmerzen und Migräne ebenfalls vor. Wenn ein Kind über Kopfschmerzen klagt, sollten Eltern besonders auf Warnsignale achten, etwa wenn Kopfschmerzen nachts aufwecken, morgens beim Aufwachen vorhanden sind oder sich zunehmend verschlechtern.

Was kann Kopfschmerzen ausloesen?

Die Ausloeser von Kopfschmerzen sind vielfaeltig. Hier sind die häufigsten:

  • Stress und psychische Belastung
  • Schlafmangel oder unregelmaessiger Schlafrhythmus
  • Flüssigkeitsmangel (Dehydration)
  • Ausgelassene Mahlzeiten oder unregelmaessiges Essen
  • Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur
  • Schlechte Koerperhaltung, besonders bei Bildschirmarbeit
  • Alkoholkonsum, insbesondere Rotwein
  • Uebernässiger Konsum von Koffein oder plötzliches Absetzen von Koffein
  • Hormonelle Schwankungen bei Frauen (Menstruation, Wechseljahre)
  • Wetterveraenderungen
  • Bestimmte Medikamente, auch Schmerzmittel bei Übergebrauch
  • Erkaeltungen und Grippe
  • Sehprobleme oder Augenbelastung

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, persönliche Ausloeser zu erkennen. Notiere dabei, was du gegessen und getrunken hast, wie viel du geschlafen hast, wie dein Stresslevel war und welche Medikamente du eingenommen hast.

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Medikamentenuebergebrauchskopfschmerz: Wenn du häufig Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen einnimmst, kann sich paradoxerweise ein neuerlicher Kopfschmerz entwickeln, der durch den Übergebrauch der Medikamente verursacht wird. Dieser Teufelskreis sollte mit einem Arzt besprochen werden.

Was kannst du selbst gegen Kopfschmerzen tun?

Bei leichten bis mittelstarken Spannungskopfschmerzen helfen oft einfache Massnahmen:

  • Viel Wasser trinken, besonders bei Flüssigkeitsmangel
  • Bei Erkältung oder Grippe ausreichend ruhen
  • Stress reduzieren und entspannen
  • Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen
  • Bei kalter Witterung: frische Luft und Spaziergang
  • Bei Verspannungen: sanfte Nackenmassage oder Wärme

Was du vermeiden solltest: Alkohol trinken, Mahlzeiten auslassen, zu lange schlafen (kann den Kopfschmerz verschlimmern) und die Augen längere Zeit stark belasten.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Sucheeinen Arzt auf, wenn:

  • Deine Kopfschmerzen immer wiederkehren
  • Schmerzmittel nicht helfen und sich die Kopfschmerzen verschlimmern
  • Du einen starken, pochtenden Schmerz an der Vorder- oder Seite des Kopfes hast (Migräne oder selten auch Clusterkopfschmerz)
  • Dir übel ist, du erbrichst und Licht oder Lärm dich stark belasten
  • Du regelmaessig Kopfschmerzen vor oder während deiner Periode hast

Gehe sofort zum Arzt oder rufe den Notruf (112 beziehungsweise 999 in Grossbritannien), wenn:

  • Deine Kopfschmerzen plötzlich und extrem stark beginnen
  • Du nach einer Kopfverletzung Kopfschmerzen bekommst
  • Du verschwommen oder doppelt siehst
  • Deine Kopfhaut schmerzt
  • Du Taubheitsgefuehle oder Schwäche in Armen oder Beinen hast
  • Du plotzliche Probleme beim Sprechen oder Erinnern hast
  • Du sehstorungen, Schwindel oder Verwirrtheit entwickelst
  • Du hohes Fieber und Anzeichen einer Meningitis hast (Nackensteife, Lichtempfindlichkeit, Flecken auf der Haut)

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Es gibt mehr als 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen
  • Spannungskopfschmerzen sind am häufigsten: dumpfer Druck, oft durch Stress oder Verspannung
  • Migräne ist einseitig, pulsierend und oft begleitet von Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Übelkeit
  • Clusterkopfschmerzen sind selten, aber extrem schmerzhaft und treten einseitig um Auge und Schläfe auf
  • Die meisten Kopfschmerzen sind Primaerkopfschmerzen und nicht gefährlich
  • Bei plötzlichem, extremem Kopfschmerz, Fieber mit Nackensteife oder nach Kopfverletzung sofort zum Arzt
  • Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, persönliche Ausloeser zu erkennen

Häufige Fragen

Ich habe fast jeden Tag Kopfschmerzen. Muss ich mir Sorgen machen?

Wiederkehrende Kopfschmerzen sollten abgeklaert werden. Häufige Kopfschmerzen koennen auf einen Medikamentenuebergebrauch, chronische Spannungskopfschmerzen oder eine chronische Migräne hinweisen. Ein Arzt kann die Ursache feststellen und eine geeignete Behandlung empfehlen.

Kann ich Migräne von einem normalen Kopfschmerz unterscheiden?

Typische Merkmale einer Migräne sind: einseitiger, pulsierender Schmerz, mittlere bis starke Intensitaet, Verschlimmerung bei körperlicher Aktivitaet, Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Lärmempfindlichkeit. Ein Spannungskopfschmerz fuehlt sich eher wie ein drückendes Band um den Kopf an und betrifft meist beide Seiten.

Ich habe plotzlich die schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens. Was soll ich tun?

Das ist ein Notfall. Plotzliche, extrem starke Kopfschmerzen, die sich grundlegend von allem unterscheiden, was du bisher kanntest, koennen auf eine Gehirnblutung oder eine andere ernste Erkrankung hinweisen. Rufe sofort den Notruf an oder lasse dich in die Naechste Notaufnahme bringen.

Hilft Kaffee gegen Kopfschmerzen?

Koffein kann bei Spannungskopfschmerzen und Migräne kurzfristig helfen, da es die Blutgefaessse im Gehirn verengt. Viele Migräne-Medikamente enthalten deshalb Koffein. Bei übermaessigem Konsum kann Koffein aber auch Kopfschmerzen ausloesen oder verschlimmern. Achte auf ein Mass.

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Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine aerztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Kopfschmerzen wende dich an deinen behandelnden Arzt.

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